Die Geschichte des Brunnenfestes und seines Ausschusses


Aus dem kirchlichen Dankesfest für Salz und Sole entstand im Laufe der Zeit ein Dank-, Volks- und Heimatfest. Ausgerichtet wurde es bis Anfang der 60er Jahre durch einen Brunnenfest- Ausschuss auf einem Festplatz in Sooden, mit vielen Veranstaltungen, Konzerten und Tanzveranstaltungen, einem großem Festzug am Montag Nachmittag und einem zusätzlichen Feiertag (Dienstag nach Pfingsten).

Durch die Bebauung der Straße "Hinter dem Wahl" verlor Sooden ab 1960 den Festplatz. Die Stadtverwaltung stellte zwar den Festplatz "Franzrasen" zur Verfügung, doch konnten die Feste hier nicht mehr an die Begeisterung und Festfreude der vergangenen Jahre anknüpfen. Das Engagement der Bürger nahm ab, die Besucher blieben aus. Auch der Brunnenfest-Ausschuss verlor seine Mitglieder. Er löste sich 1962 auf.

Die Kurverwaltung übernahm für über 20 Jahre die Organisation des Festes. Das Brunnenfest dieser Jahre beschränkte sich auf den traditionellen Teil am Pfingstmontag mit Übergabe von Salz und Sole, dem Dankgottesdienst mit der Salzpredigt und dem Festakt im Kurpark. Dieses Fest wurde fast ausschließlich von den Honoratioren wahrgenommen. Gäste oder Bürger wurden kaum gesehen.

Dies änderte sich im Jahre 1981 als aufgrund eines plötzlichen Hochwassers der Festplatz "Franzrasen" von den Schaustellern fluchtartig geräumt werden musste und in aller Eile ein provisorischer Festplatz an der alten Schule (der heutigen Straße "Auf dem Herrengraben") entstand. Trotz des Provisoriums war die Resonanz über die Verlegung des Festplatzes nach Sooden unter den Södern und den Gästen durchweg positiv. Eine Unterschriftensammlung belegte den Wunsch der Bürger für einen Festplatz in Sooden. Der damalige Bürgermeister Barié nahm sich dieses Wunsches an und am 16.11.1981 wurden die Parkplätze "Am alten Festplatz" und "Hinter dem Kurtheater" zum Festplatz von Sooden ausgewiesen. Eines der ältesten Dank - und Volksfest der Region wurde von den Bürgern der Stadt und den städtischen Gremien wiederentdeckt.

Am 12.Mai 1986 konstituierte sich ein neuer Brunnenfest- Ausschuss unter dem Vorsitz von Karl- Otto Hohmeyer. Durch die in den 1970er Jahren errichtete Fußgängerzone war es nun möglich, viele Festveranstaltungen in den Mittelpunkt von Sooden zu bringen.

Es gelang dem neuen Festausschuss, das Brunnenfest wiederaufleben zu lassen und es für Bürger und Gäste attraktiv zu machen.

So prägte sich das Brunnenfest bis ins Jahr 2003 als großes Volksfest, das über fünf Tage gefeiert wurde. Viele Musikzüge und Kapellen waren beteiligt, ein Festplatz mit Karussells, Ständen und Festzelt luden die Besucher ein. Doch die konjunkturellen Schwierigkeiten trafen auch das Brunnenfest. Die Besucherzahlen und damit die Einnahmen zurück. Das Fest mit seiner bisherigen Gestaltung war nicht mehr finanzierbar. Es musste ein Umdenken stattfinden. Der Brunnenfestausschuss stand vor der Frage, das Fest sterben zu lassen oder es radikal umzugestalten. Zusammen mit den Bürgern der Stadt wurde dies diskutiert. Einhellige Meinung war, das Fest sei wichtig für Bad Sooden- Allendorf und dürfe nicht eingestellt werden. So wurde beschlossen, das Brunnenfest "abzuspecken". Es zu einem "kleinen aber feinen Fest" zu wandeln, dass die Herkunft und Traditionen wahrt und weiterführt.

Deshalb findet das Brunnenfest zu Pfingsten seit 2004 an nur drei Tagen und ohne Festplatz im alten Kern von Sooden zwischen Landgraf-Philipp-Platz, Weinreihe, Marienkirche und Wendischem Markt statt. Die Aussagen vieler Einwohner und Gäste während und nach dem Fest zeigten uns, dass der Versuch, das Brunnenfest umzugestalten und in kleinem Rahmen fortzuführen, gelungen ist. Es zeigt auch, dass das Brunnenfest im Leben der Bürger verwurzelt ist und die Einwohner seine Erhaltung befürworten und unterstützen.

In (2016) steht das Brunnenfest ganz im Zeichen eines kleinen Jubiläums. Der Brunnenfest-Ausschuß e.V. feiert sein 30jähriges Bestehen. Im Vergleich zu der über 400jährigen Geschichte des Brunnenfestes ist dies eine lächerliche Zahl, die Mitglieder aber sind stolz darauf, daß dieser Festausschuß einen kleinen Teil der 400 Jahre gestalten konnte. Alle sind sich einig, dies auch über einen weiteren, möglichst langen Zeitraum in der Zukunft gemeinsam zu tun. 

Sein Heim hat der Brunnenfest-Ausschuß im alten Kunstwärterhaus am Solegraben, nahe dem Gradierwerk gefunden. Das Haus wurde, von der Stadtverwaltung zur Nutzung überlassen, von den Mitgliedern des Ausschusses in Eigeninitiative in vielen Stunden liebevoll restauriert und renoviert. Hier tagt der Brunnenfest-Ausschuß e.V., überlegt neue Konzepte, korrigiert Fehler der Vergangenheit, diskutiert Veränderungen oder entwickelt Ideen für weitere Aktivitäten. So organiserte der Festausschuß zusammen mit anderen Vereinen in 1999 und 2001 jeweils ein Salinenfest, deren spektakuläre Erlöse den Wiederaufbau und Erhalt unseres Gradierwerkes unterstützten. Zu anderen Vereinen pflegt man gute Beziehungen. Gegenseitige Unterstützungen zeigen immer wieder Wirkung bei der Märchenwoche, dem Erntedank-u. Heimatfest, der Siedlerkirmes und nicht zuletzt im Rahmen der Kirchengemeinde St. Marien, sowie der Freiwilligen Feuerwehr. 

So wundert es niemanden, daß die Veranstaltungen des Brunnenfestes sich im Laufe der Jahre auch in den Bereich des Kunstwärterhauses verlagert haben. So wird nunmehr der Pfingstbaum, ein über 25 Jahre altes Symbol unseres Festes, vor dem Kunsthaus in der Rosenstraße aufgestellt. Ein buntes, wechselndes Programm und das beliebte abendliche Open Air am Gradierwerk begleiten diese Auftaktveranstaltung jeweils am Pfingstsamstag. 

Unter der Rubrik Festprogramm  können Sie unser jeweiliges aktuelles Festprogramm komplett abrufen. 

Finanziert muß ein solches Fest bekanntermaßen auch werden, denn auch in Zeiten wirtschaftlicher Hochkonjunktur gibt es nichts umsonst, es sei denn ehrenamtliche Arbeit. Der größte Ausgabenposten ist die festliche Illumination mit dem Feuerwerk am Pfingstsonntag und auch die Musikgruppen und viele kleine Nebenkosten müssen bezahlt werden. Als Haupteinnahmequelle dient der Verkauf unserer Festplakette, die seit langen Jahren € 4,-- kostet. Ohne diese Einnahme ist unser kleines, feines Fest nicht durchführbar. Deshalb bitten wir auch auf diesem Wege unsere Besucher um ihr Verständnis und ihre Unterstützung durch den Kauf einer Festplakette. 

Derzeit arbeiten im Brunnenfest-Ausschuß e.V.  4 Damen und 27 Herren aktiv (mehr oder weniger) und ehrenamtlich und erfolgreich zusammen. Alle unsere Mitglieder danken Ihnen für Ihren Besuch und wünschen allen ein schönes, warmes und trockenes Pfingstfest in Bad Sooden-Allendorf.

 

Stand  April 2016
 


Festausschuss im Jahr 2015

Der Festausschuß stellt sich vor